Wer Silikon in Wunschfarbe bestellt, möchte den Farbton möglichst passend zu Fliesen, Sanitärkeramik, Bodenbelägen, Fassaden, Möbeln oder anderen Bauteilen auswählen.
Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen dem Farbcode, nach dem ein Dichtstoff gefertigt wird, und der späteren optischen Wirkung der fertigen Fuge.
Wird ein eindeutiger Farbcode wie RAL, NCS oder ein anderer unterstützter Farbcode angegeben, ist dieser Farbcode die maßgebliche Grundlage für die Fertigung. Trotzdem kann derselbe Farbcode auf unterschiedlichen Materialien optisch unterschiedlich wirken.
Diese Seite erklärt, worauf Sie bei der Auswahl einer Wunschfarbe achten sollten und warum neben dem Farbcode auch Oberfläche, Glanzgrad, Licht, Fugengeometrie und Betrachtungswinkel eine Rolle spielen.
Warum Bildschirmfarben bei Silikon nicht verbindlich sind
Eine Farbe auf einem Smartphone, Tablet oder Monitor ist immer nur eine digitale Darstellung.
Helligkeit, Kontrast, Displaytyp, Farbeinstellungen, Umgebungslicht und die Darstellung des jeweiligen Gerätes können beeinflussen, wie ein Farbton auf dem Bildschirm erscheint.
Digitale Farbdarstellungen dienen deshalb ausschließlich der Orientierung und sind nicht farbverbindlich.
Wenn ein Farbton möglichst zuverlässig bestimmt werden soll, sind ein eindeutig angegebener Farbcode, ein Originalfarbfächer oder – falls kein geeigneter Farbcode vorhanden ist – eine geeignete Originalvorlage wesentlich aussagekräftiger als ein Foto oder Screenshot.
Der Farbcode ist die Grundlage für die Fertigung
Bei einer Bestellung nach einem eindeutig angegebenen Farbcode wird der Dichtstoff auf Grundlage dieses Farbcodes gefertigt.
Dazu gehören beispielsweise Farbsysteme wie:
• RAL Classic
• NCS
• RAL Design
• Caparol 3D
• Brillux Scala
• Sikkens
• weitere geeignete Herstellerfarbfächer
Wichtig ist, dass neben dem eigentlichen Farbcode auch das zugehörige Farbsystem eindeutig angegeben wird.
Bezeichnungen wie „hellgrau“, „creme“, „beige“ oder „ähnlich RAL …“ reichen für eine gezielte Farbanfertigung nicht aus.
Warum derselbe Farbcode unterschiedlich wirken kann
Ein identischer Farbcode bedeutet nicht automatisch, dass verschiedene Materialien für das menschliche Auge vollkommen identisch wirken.
Wandfarben, Lacke, Beschichtungen, Möbeloberflächen und Dichtstoffe besitzen unterschiedliche Materialeigenschaften und Oberflächen.
Besonders wichtig sind dabei:
• Glanzgrad
• Oberflächenstruktur
• Materialart
• Lichtverhältnisse
• Lichtquelle
• Betrachtungswinkel
• Fugengeometrie
• Untergrund
• angrenzende Materialien
Eine matte Wandfarbe reflektiert Licht beispielsweise anders als eine glattere Silikonoberfläche. Dadurch kann derselbe Farbcode optisch unterschiedlich wahrgenommen werden.
Eine unterschiedliche optische Wirkung bedeutet deshalb nicht automatisch, dass der Dichtstoff farblich falsch gefertigt wurde.
Glanzgrad und Oberfläche beeinflussen die Farbwahrnehmung
Farben und Lacke sind je nach Produkt in unterschiedlichen Oberflächen erhältlich, beispielsweise:
• matt
• halbmatt
• seidenmatt
• seidenglänzend
• glänzend
Der Farbcode beschreibt den Farbton, nicht automatisch die Oberflächenwirkung des jeweiligen Materials.
Deshalb kann beispielsweise ein matter Lack oder eine matte Wandfarbe neben einer Silikonfuge mit gleichem Farbcode optisch anders erscheinen.
Auch die Struktur des angrenzenden Materials kann die Wahrnehmung zusätzlich beeinflussen.
Auch die Fugenform verändert die optische Wirkung
Nicht nur das Material, sondern auch die Geometrie der Fuge beeinflusst, wie Licht auf der Oberfläche reflektiert wird.
Eine gerundete Hohlkehle kann durch ihre gekrümmte Oberfläche Licht aus unterschiedlichen Winkeln reflektieren und dadurch stärker glänzend oder optisch anders wirken.
Bei einer technischen Dreiecksfuge kann dieser Effekt deutlich geringer ausfallen.
Der Farbcode bleibt dabei derselbe – die optische Wirkung kann sich aufgrund der Fugenform dennoch unterscheiden.
Die fertige Fuge richtig beurteilen
Eine fertige Fuge sollte immer unter den später üblichen Licht- und Nutzungsbedingungen beurteilt werden.
Idealerweise erfolgt die Beurteilung sowohl bei natürlichem Tageslicht als auch bei der später üblichen Raumbeleuchtung.
Ebenso wichtig ist die normale Betrachtungsposition.
Boden-, Rand- und Sockelfugen werden üblicherweise aus normaler Steh- bzw. Nutzungsposition betrachtet und nicht aus wenigen Zentimetern Entfernung oder indem man sich zur Beurteilung unmittelbar vor die Fuge kniet.
Aus unmittelbarer Nähe können Unterschiede bei Glanzgrad, Oberflächenstruktur und Lichtreflexion wesentlich stärker erscheinen als bei der üblichen Nutzung des Raumes.
Bei korrekt nach Farbcode gefertigtem Dichtstoff sollte deshalb bei unterschiedlichen optischen Eindrücken zunächst von einer unterschiedlichen Farbwirkung gesprochen werden und nicht automatisch von einer Farbabweichung.
Typische Ursachen für Probleme bei Wunschfarben
Unvollständige Farbbezeichnung:
Allgemeine Angaben wie „hellgrau“, „creme“ oder „ähnlich RAL“ reichen für eine gezielte Farbanfertigung nicht aus.
Unklares Farbsystem:
Ein Farbcode kann nur eindeutig zugeordnet werden, wenn auch bekannt ist, aus welchem Farbsystem er stammt.
Abgleich nur am Monitor:
Fotos, Screenshots und digitale Farbdarstellungen können bei der Orientierung helfen, ersetzen aber keinen eindeutig angegebenen Farbcode oder Originalfarbfächer.
Unterschiedliche Oberflächen:
Glanzgrad, Struktur und Materialart beeinflussen die optische Wahrnehmung eines Farbtons.
Unterschiedliche Fugengeometrie:
Hohlkehlen, Dreiecksfugen und andere Fugenformen können Licht unterschiedlich reflektieren.
Unterschiedliche Lichtverhältnisse:
Tageslicht, Kunstlicht, Lichtfarbe und Einfallswinkel können die Wahrnehmung eines Farbtons verändern.
Ungeeignete Betrachtungsposition:
Eine Fuge kann aus unmittelbarer Nähe anders wirken als aus der normalen Nutzungs- oder Stehposition.
Nicht eindeutig zuordenbare Sonderfarben:
Bei Sonderfarben oder unklaren Angaben können vor der Produktion Rückfragen erforderlich sein.
So prüfen Sie Ihre Silikon-Wunschfarbe vor der Bestellung
1. Farbsystem festlegen
Geben Sie eindeutig an, nach welchem Farbsystem der gewünschte Farbton gefertigt werden soll, zum Beispiel RAL, NCS, RAL Design, Caparol 3D, Brillux Scala, Sikkens oder einem anderen unterstützten Herstellerfarbfächer.
2. Farbcode vollständig angeben
Achten Sie auf die vollständige und korrekte Schreibweise des Farbcodes. Zahlendreher, fehlende Buchstaben oder verkürzte Bezeichnungen können zu einer falschen Zuordnung führen.
3. Original statt Bildschirm verwenden
Wenn möglich, bestimmen Sie den Farbton anhand eines Originalfarbfächers oder eines eindeutig bekannten Farbcodes und nicht ausschließlich anhand eines Fotos oder einer Bildschirmdarstellung.
4. Oberfläche des Vergleichsmaterials berücksichtigen
Prüfen Sie, ob die angrenzende Oberfläche matt, seidenmatt, glänzend, strukturiert oder anderweitig beschichtet ist.
Der gleiche Farbcode kann aufgrund unterschiedlicher Oberflächen optisch unterschiedlich wirken.
5. Einbausituation berücksichtigen
Beurteilen Sie die spätere Wirkung der Fuge unter den Lichtbedingungen, unter denen sie später überwiegend gesehen wird.
Berücksichtigen Sie dabei auch Fugenform und Betrachtungswinkel.
6. Bei Unsicherheit vor der Bestellung nachfragen
Wenn ein Farbcode nicht eindeutig ist oder eine individuelle Vorlage verwendet werden soll, sollte dies vor der Produktion geklärt werden.
Farbfächer statt Monitor: wann ein Original besonders wichtig ist
Bei einer eindeutigen Bestellung nach Farbcode ist der angegebene Farbcode die Grundlage für die Fertigung.
Bei besonders sichtbaren Anschlussfugen oder bei Materialien mit einer speziellen Oberflächenwirkung kann es dennoch sinnvoll sein, die Farbauswahl anhand eines Originalfarbfächers zu treffen.
Geeignete Angaben können unter anderem aus RAL, NCS, RAL Design, Caparol 3D, Brillux Scala, Sikkens oder anderen passenden Herstellerfarbfächern stammen.
Entscheidend ist, dass das Farbsystem eindeutig bezeichnet wird und die Auswahl nicht ausschließlich auf einer Bildschirmdarstellung basiert.
Originalmuster und Sonderfarben richtig einordnen
Wenn kein geeigneter Farbcode vorhanden ist, kann je nach Fall eine geeignete Originalvorlage oder ein eingesandtes Muster zur Farbanfertigung verwendet werden.
Bei einer individuellen Anfertigung nach Muster oder Vorlage kann aufgrund unterschiedlicher Materialien, Oberflächen und Glanzgrade keine vollständig identische optische Reproduktion vorausgesetzt werden.
Ziel ist in diesem Fall eine möglichst passende Anfertigung auf Grundlage der bereitgestellten Farbinformationen bzw. Vorlage.
Je besser und eindeutiger die Vorlage geeignet ist, desto zuverlässiger kann der Farbton eingeordnet werden.
Nachbestellungen und unterschiedliche Produktionschargen
Auch bei einer späteren Nachbestellung desselben Farbcodes können produktionsbedingte Chargenunterschiede zu geringfügigen Farbunterschieden führen.
Für zusammenhängende oder unmittelbar aneinander anschließende Fugen sollte deshalb nach Möglichkeit ausreichend Material innerhalb einer Bestellung bzw. Produktionscharge eingeplant werden.
Insbesondere wenn eine bestehende Fuge später unmittelbar verlängert oder ergänzt werden soll, sollte berücksichtigt werden, dass zwischen verschiedenen Produktionschargen geringfügige Unterschiede möglich sind.
Zusätzlich kann sich auch die bereits vorhandene Fuge durch Alter, Nutzung, Reinigung, Licht und andere Umwelteinflüsse optisch verändert haben.
Was Sie vor dem Absenden Ihrer Bestellung kontrollieren sollten
• Ist das gewünschte Farbsystem eindeutig angegeben?
• Ist der vollständige Farbcode korrekt geschrieben?
• Wurde die Auswahl möglichst anhand eines Originalfarbfächers oder eines bekannten Farbcodes getroffen?
• Beruht die Auswahl nicht ausschließlich auf einer Bildschirmdarstellung?
• Wurde berücksichtigt, welchen Glanzgrad und welche Oberfläche das angrenzende Material besitzt?
• Wurde die spätere Einbausituation berücksichtigt?
• Wird ausreichend Material für zusammenhängende Fugen benötigt?
• Sind bei einer Nachbestellung mögliche Chargenunterschiede berücksichtigt?
• Ist bei Sonderfarben oder einer individuellen Vorlage eindeutig beschrieben, was gefertigt werden soll?
SiliSeal24 in Wunschfarbe
SiliSeal24 ist ein dauerelastischer Silikon-Dichtstoff in der 310-ml-Kartusche und ist sowohl in Standardfarben als auch in individuell angefertigten Wunschfarben erhältlich.
Neben der Auswahl des richtigen Farbtons sollte immer auch geprüft werden, ob der gewählte Dichtstoff für die vorgesehene Anwendung und die jeweiligen Materialien geeignet ist.
Merksatz
Der Farbcode ist die Grundlage für die Fertigung.
Wie der Farbton in der fertigen Fuge wahrgenommen wird, hängt zusätzlich von Material, Glanzgrad, Oberfläche, Fugengeometrie, Licht und Betrachtungsposition ab.
Digitale Farbdarstellungen dienen nur der Orientierung.
Häufige Fragen
Warum ist die Bildschirmfarbe bei Silikon-Wunschfarben unverbindlich?
Bildschirme stellen Farben abhängig von Gerät, Helligkeit, Kontrast, Einstellungen und Umgebungslicht unterschiedlich dar. Eine digitale Ansicht dient deshalb nur zur Orientierung und ersetzt keinen eindeutig angegebenen Farbcode oder Originalfarbfächer.
Wird Silikon nach dem angegebenen RAL- oder NCS-Farbcode gefertigt?
Ja. Bei einer Bestellung nach einem eindeutig angegebenen und unterstützten Farbcode ist dieser Farbcode die maßgebliche Grundlage für die Fertigung.
Warum kann Silikon trotz gleichem Farbcode anders wirken als eine Wandfarbe oder ein Lack?
Unterschiedliche Materialien können denselben Farbcode unterschiedlich erscheinen lassen. Glanzgrad, Oberflächenstruktur, Licht, Fugengeometrie und Betrachtungswinkel beeinflussen die optische Wahrnehmung.
Ist eine unterschiedliche optische Wirkung automatisch eine Farbabweichung?
Nein. Wenn der Dichtstoff korrekt nach dem angegebenen Farbcode gefertigt wurde, kann eine unterschiedliche optische Wirkung durch Material, Oberfläche, Glanzgrad, Licht oder Fugenform entstehen. Das bedeutet nicht automatisch, dass der Farbton falsch gefertigt wurde.
Kann eine Hohlkehle anders wirken als eine Dreiecksfuge?
Ja. Eine gerundete Hohlkehle kann aufgrund ihrer Oberflächenform Licht aus unterschiedlichen Winkeln reflektieren und dadurch beispielsweise stärker glänzend wirken. Bei einer technischen Dreiecksfuge kann dieser Effekt geringer ausfallen.
Wie sollte eine Boden-, Rand- oder Sockelfuge farblich beurteilt werden?
Unter den später üblichen Lichtbedingungen und aus normaler Steh- bzw. Nutzungsposition. Eine solche Fuge sollte nicht ausschließlich aus wenigen Zentimetern Entfernung oder kniend unmittelbar vor der Fuge beurteilt werden.
Kann eine Nachbestellung geringfügig anders aussehen?
Bei späteren Nachbestellungen können produktionsbedingte Unterschiede zwischen verschiedenen Chargen auftreten. Für zusammenhängende oder unmittelbar aneinander anschließende Fugen sollte daher nach Möglichkeit ausreichend Material aus einer Bestellung bzw. Produktionscharge eingeplant werden.
Kann SiliSeal24 nach einem eingesandten Muster angefertigt werden?
Wenn kein geeigneter Farbcode vorhanden ist, kann je nach Vorlage eine individuelle Farbanfertigung anhand einer geeigneten Originalvorlage oder eines eingesandten Musters möglich sein. Ob die Vorlage dafür geeignet ist, hängt vom jeweiligen Muster und der eindeutigen Zuordenbarkeit des Farbtons ab.
Wird eine Wunschfarbe nach Muster optisch exakt wie die Vorlage?
Bei einer individuellen Anfertigung nach Muster oder Vorlage kann aufgrund unterschiedlicher Materialien, Oberflächen und Glanzgrade keine vollständig identische optische Reproduktion vorausgesetzt werden. Ziel ist eine möglichst passende Anfertigung auf Grundlage der bereitgestellten Farbinformationen bzw. Vorlage.